
Die 12 besten nachhaltigen Reisen in Türkiye
Wenn Sie Ihren CO₂-Fußabdruck verringern und abseits industrialisierter und invasiver Landschaften reisen möchten, ist Türkiye mit seiner überraschenden ökologischen und kulturellen Vielfalt genau das richtige Ziel. Wir stellen eine Auswahl grüner Abenteuer und nachhaltiger Erlebnisse vor, die Sie zu den unberührten Naturschutzgebieten, hohen Bergen sowie makellosen Stränden und Seen des Landes führen – mit möglichst geringer Belastung für unseren Planeten. Prachtvolle historische Stätten, vielfältige Flora und Fauna sowie herzliche lokale Kulturen erwarten Sie. Ihr episches und malerisches Abenteuer wartet.
1. Türkiye: Ein Drehkreuz der Lüfte

Im Laufe der Geschichte war Türkiye nicht nur eine Brücke für Kulturen und Ideen, sondern auch für Zugvögel, für die der Himmel des Landes als Flugkorridor auf ihrer saisonalen Reise zwischen Afrika und Europa dient. Zwei der wichtigsten globalen Vogelzugrouten führen über Türkiye. Auf ihnen zieht jedes Frühjahr eine Vielzahl von Vögeln in ihre Brutgebiete auf der Nordhalbkugel, um der südlichen Hitze zu entkommen, und im Herbst kehrt sich die Reise um. Die große Vielfalt an Bergen, Wäldern, Küsten und Feuchtgebieten Türkiyes bietet mehr als 450 Vogelarten eine reiche vorübergehende Heimat. Hatay ist ein Tor für den Vogelzug auf die Halbinsel Anatolien und das Festland Türkiyes, während der Bosporus und die Dardanellen als bequeme Korridore für Vögel auf dem Weg nach Europa dienen. Jeden Frühling und Herbst füllt sich der Himmel über Istanbul mit Hunderttausenden von Störchen, Falken und Adlern – ein unvergleichliches Beobachtungserlebnis für Vogelfreunde aus aller Welt. Ideale Aussichtspunkte in Istanbul sind die Hügel von Sarıyer und Çamlıca. Im ganzen Land gibt es zahlreiche Vogelschutzgebiete, darunter die Deltas von Gediz und Büyük Menderes bei İzmir. Die unberührten Seen Manyas, Uluabat und Bafa beherbergen jährlich Wasservögel wie Flamingos, Reiher und Pelikane. Artvin und Iğdır (Kars) bieten ebenfalls wichtige Lebensräume für jene Vogelarten, die stattdessen jedes Jahr in den Kaukasus ziehen. Reisetipp: Die besten Monate, um den großen jährlichen Zug über den türkischen Himmel zu beobachten, sind März bis Mai im Frühling und August bis Oktober im Sommer bzw. Herbst.
2. Das mythologische Land der Olivenbäume
An der Nordägäisküste Türkiyes, mit Blick auf den Golf von Edremit, erhebt sich das sagenumwobene Kazdağı-Gebirge (Idagebirge) mit seinen hohen Gipfeln, heilenden Quellen und rustikalen Dörfern. Dieser malerische Ort ist nicht nur ein beliebtes Ziel für Badeurlaube und Yoga-Retreats, sondern auch reich an landwirtschaftlicher Geschichte Türkiyes. Der Großteil der Olivenhaine des Landes befindet sich hier, weshalb die Türkei zum zweitgrößten Olivenölproduzenten der Welt zählt. Einige Olivenbäume der Region sind hunderte Jahre alt und stellen eine direkte Verbindung zur langen Tradition der Olivenölherstellung im Land dar. Adatepe und Ayvalık sind Heimat kleiner lokaler Olivenproduzenten sowie von Museen und Verkostungszentren, die in jahrhundertealten Ölmühlen und Fabriken untergebracht sind. Für Outdoor-Begeisterte bieten Touren im Nationalpark Kazdağı Täler, Schluchten, Bäche und Wasserfälle, verbunden durch majestätische Wanderwege (auf Wunsch mit englischsprachigen Guides). Von den 800 aus der Region bekannten Pflanzenarten sind 78 endemisch, wodurch das Gebiet zu einem der bedeutendsten botanischen Reservate Europas zählt. Die Gegend bietet außerdem mehrere Tagesausflugsziele, darunter Gökçeada, Türkiyes erste Cittaslow-Insel, sowie mehrere antike Städte, etwa Troja, Assos und Antandros. Reisetipp: Wie Homer in der Ilias und der Odyssee berichtet, spielte der Kazdağı (Ida) als mythologischer Schauplatz des ersten Schönheitswettbewerbs der Welt eine zentrale Rolle. Dieser soll der Legende nach im 12. Jahrhundert v. Chr. den Trojanischen Krieg ausgelöst haben. Um die epische Geschichte der Region zu erleben, besuchen Sie die archäologische Stätte Troja und das angrenzende, erhabene Trojamuseum.
3. Landleben nach Art der Turkaegean

Die türkische Nordägäisküste beherbergt mehrere idyllische Halbinseln, die jeweils die Freuden des Landlebens in Türkiye verkörpern. Die Halbinsel Çeşme bei İzmir bietet zahlreiche historische, natürliche und kulinarische Wunder. Die rustikale Olivenölwerkstatt, die in der ionischen Stadt Klazomenai nahe dem malerischen Küstenstädtchen Urla ausgegraben wurde, belegt, dass die modernen Verfahren der Olivenölgewinnung vor rund 2.600 Jahren erstmals hier entwickelt wurden. Die Halbinsel ist außerdem für ihre Hurma-Oliven bekannt, die am Baum einen natürlichen, durch Pilze herbeigeführten „Entbitterungsprozess“ durchlaufen, wodurch sie ohne weitere Verarbeitung genießbar werden. Neben Oliven hat die Region mehrere weitere berühmte Grundnahrungsmittel und Veranstaltungen. Urla ist für seine Gum-Artischocken berühmt, während die Stadt Çeşme mit ihrem jährlichen Frühlingsfest Alaçatı Ot Festivali (Kräuterfestival) Besucher anzieht. Dort werden über 125 Sorten wilder, lokal angebauter Pflanzen, etwa Wildspargel oder Mariendistel, in regionalen Vorspeisen und Delikatessen präsentiert. Seferihisar, die erste Cittaslow Türkiyes, ist für ihre Mandarinen bekannt, die frisch oder getrocknet verzehrt werden. Auch Feigen und Trauben gedeihen in der Ägäis prächtig. Diese lokalen Trauben liefern Pekmez (Traubensirup) und Wein, zwei wichtige Produkte der Region. Die antike Stadt Teos ist für den Dionysos-Tempel bekannt, ein exquisites Marmordenkmal für den Weingott. Daher überrascht es nicht, dass die gesamte Region heute zu den Zentren des türkischen Weinbaus zählt. Entlang der Urla-Weinstraße können Sie eine Reihe lokaler Weingüter besuchen, große wie kleine, wo einige innovative Winzer sogar nachhaltige Produktionsmethoden wie den Schwerkraftfluss nutzen, bei dem der Wein deutlich schonender bewegt wird. Die Weingüter von Urla setzen die lokale Weinbautradition fort, vor allem mit internationalen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Sangiovese und Nero d’Avola. Alte anatolische Rebsorten, die vom Aussterben bedroht waren, etwa Bornova Misketi (Muskat), Urla Karası, Foça Karası und Gaydura, wurden in den letzten Jahrzehnten ebenfalls wieder in den lokalen Weinbergen angebaut. Reisetipp: İzmir liegt an der EuroVelo-Route 8, einem Fernradweg, der von den Atlantikküsten Spaniens bis nach İzmir führt und mehrere Sehenswürdigkeiten bietet, darunter die antiken, von der UNESCO geschützten Städte Pergamon und Ephesos. Alternativ können Sie in Alaçatı windsurfen oder in der Nähe der malerischen Küstenstadt Foça Mönchsrobben beobachten.
4. Gleitschirmfliegen vom Berg bis zum Meer
Die malerische Sandbank und Lagune von Ölüdeniz liegt am Fuß des majestätischen Babadağ, der sich bei Fethiye rund 1.969 Meter über dem Meer erhebt. Aufgrund der schroffen Geografie der Umgebung wurde diese unberührte Bucht erst in den 1960er-Jahren von einer Gruppe abenteuerlustiger Reisender entdeckt. Die Bucht entwickelte sich später mit der Ankunft der ersten Hotels in den 1990er-Jahren zu einem Strandresortgebiet. Die Lagune von Ölüdeniz ist heute ein Nationalpark, und das Gleitschirmfliegen vom Babadağ bietet einen schwebenden Logenplatz zu ihren atemberaubenden Panoramen. Jährlich begrüßen die Internationalen Ölüdeniz Air Games Wettkampfpiloten aus aller Welt und ihre Fans zu verschiedenen Aktivitäten, darunter Heißluftballonfahren, Gleitschirmfliegen, Ultraleichtfliegen, Fallschirmspringen und Base-Jumping. Wenn Sie kein Freund des Fliegens sind, können Sie den Gipfel des Babadağ ganzjährig mit der Seilbahn erreichen und einen der schönsten vorstellbaren Sonnenuntergänge erleben. Reisetipp: Der Lykische Weg, der oft zu den schönsten Fernwanderwegen der Welt gezählt wird, bietet einen 540 km langen markierten Wanderweg (mittlerer bis schwieriger Schwierigkeitsgrad), der in Ölüdeniz beginnt und in Antalya endet. Man kann den gesamten Weg in einem Monat wandern oder kürzere, mehrtägige Abschnitte genießen. Das Schmetterlings- und das Kabak-Tal sind zwei benachbarte Naturwunder mit einer reichen Vielfalt endemischer Pflanzen und Tiere, darunter eine farbenprächtige Schmetterlingskolonie. Hier können Sie sich bei ökologischen Retreats mit Strandhütten und Glamping-Kuppeln verwöhnen lassen.
5. Den Lebenszyklus der Meeresschildkröten kennenlernen
Die gefährdeten Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) und Grünen Meeresschildkröten wählen die Strände der türkischen Riviera als bevorzugte Nistplätze, und unter ihnen ist der İztuzu-Strand der bekannteste. Dieser goldene Sandstreifen an der südwestlichen Küste Türkiyes liegt an der Mündung des Dalyan-Flusses, des gewundenen Abflusses, der den Köyceğiz-See mit dem Mittelmeer verbindet. Dieses fruchtbare Land war bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. Heimat der antiken Zivilisation von Kaunos, einer strategisch günstigen und wohlhabenden Hafenstadt, die für die Handelsschiffe zwischen der Ägäis und der östlichen Mittelmeerküste von unschätzbarem Wert war. Heute besuchen Reisende Dalyan, um die prächtigen tempelartigen Grabmäler von Kaunos zu sehen, die in die Felswände gehauen sind. Andere kommen, um die Schutzprojekte am İztuzu-Strand zu beobachten oder sogar mitzuarbeiten. Obwohl Meeresschildkröten etwa 100 Jahre alt werden, wird geschätzt, dass nur einer von 1.000 Schlüpflingen das Erwachsenenalter erreicht. Diese Nachhaltigkeitsbemühungen sind angesichts der modernen Entwicklung entscheidend für das Überleben der Art. Reisetipp: Nistaktivitäten von Meeresschildkröten werden regelmäßig von NGOs und Universitäten überwacht. Schätzungsweise nisten jedes Jahr etwa 1.500 bis 2.500 Unechte Karettschildkröten und 700 bis 1.000 Grüne Meeresschildkröten an den Stränden Türkiyes. Von Mai bis August können Sie außerdem beobachten, wie die Weibchen Eier legen, und zwei Monate später, wie die kleinen Schildkröten schlüpfen, und zwar an den Stränden von Fethiye, Patara, Çıralı, Belek und Anamur sowie im Göksu-Delta.
6. Taurusgebirge: Ein Paradies für Botanikbegeisterte

Die Halbinsel Anatolien gehört zu den üppigsten und artenreichsten Lebensräumen der Erde. Das liegt vor allem an ihrer relativen Wärme während der letzten Eiszeit, die einer Fülle von Pflanzenarten das Gedeihen ermöglichte. Als einziges Land der Erde mit drei Biodiversitätszonen weist Türkiye Merkmale eines Kontinents statt eines Landes auf und beherbergt rund 12.000 verschiedene Pflanzenarten. Tatsächlich sind 30 % dieser Pflanzen ausschließlich in dieser Region heimisch. Ein Fünftel dieser Pflanzenkategorien findet man im mediterranen Raum Türkiyes entlang des Taurusgebirges, das über den Städten Antalya, Mersin und Adana aufragt. Diese Berge erheben sich eindrucksvoll über dem azurblauen Mittelmeer und beherbergen Blumen und Vegetation wie Schneeglöckchen, Krokusse, Wildorchideen, Tulpen, Hyazinthen, Narzissen, Lilien und Alpenveilchen sowie die prächtigen Zedernwälder. Reisetipp: Wenn Sie Antalya als Ausgangspunkt für eine botanische Mittelmeerreise wählen, können Sie die Ruhe der Natur im Kontext der Geschichte genießen. Planen Sie unbedingt Stopps in den antiken Städten Phaselis, Olympos, Limyra, Myra und Termessos ein, wo Sie zwischen faszinierenden Ruinen Wildblumen finden. Die Hänge des Tahtalı-, des Alaca- und des Güllük-Gebirges sowie das Kaş-Plateau gehören ebenfalls zu den besten Orten für botanische Entdecker.
7. Auf die höchsten Gipfel Türkiyes
Türkiye bietet atemberaubende Bergsteigerabenteuer mit mehr als 60 Gipfeln, die sich über 3.000 Meter erheben und das zerklüftete Land durchziehen. Der Ağrı Dağı (Ararat) ist mit 5.137 Metern der höchste Gipfel Europas und für erfahrene Kletterer das Nonplusultra des türkischen Bergsteigens. Der vulkanische Gipfel nahe der nordöstlichen Grenze des Landes lockt mit seiner majestätischen kegelförmigen Silhouette und seiner mythischen Geschichte Kletterbegeisterte aus aller Welt an. Laut Bibelgelehrten ist die Arche Noah wahrscheinlich auf einem Gipfel irgendwo in Türkiye gelandet, und viele vermuten, dass der Ağrı Dağı ihr letzter Ruheort ist. Heute kann man den Gipfel auf geführten drei- bis siebentägigen Expeditionen besteigen. Für Einsteiger bieten dagegen die Kaçkar-Berge in der Schwarzmeerregion eine leichtere Wanderung und mehr kulturelle Vielfalt. Am Fuß der Bergkette findet man üppige Täler und Hochebenen, gesprenkelt mit malerischen Bergdörfern und Überresten der sagenumwobenen Seidenstraße. Die drei Gipfel des Berges sind mit 3- bis 4-tägigen Expeditionen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade erreichbar. Reisetipp: Der Besuch des İshakpaşa-Palasts ist für Ağrı-Dağı-Bergsteiger ein Muss. Nur 5 Kilometer östlich des Bezirks Doğubeyazıt gelegen, ist der Palast eines der prächtigsten Beispiele osmanischer Architektur des 18. Jahrhunderts. Wenn Sie die Kaçkar-Berge besuchen, sollten Sie die malerischen Teeplantagen von Rize erkunden, den Karakovan-Schwarzbienenhonig aus den Tälern von Çamlıhemşin probieren und sich in den heilenden heißen Quellen des Bergdorfes Ayder verwöhnen lassen.
8. Tauchen an der türkischen Riviera

Türkiye ist mit seiner 8.000 Kilometer langen Küstenlinie ein Magnet für erfahrene Taucher. Der südliche Sommerkurort Kaş in der Provinz Antalya ist dank seiner reichen Unterwasserwelt das führende Tauchrevier des Landes, sowohl für Freizeittaucher als auch für Meeresbiologen. Die Region bietet rund 40 Tauchplätze, von Inseln und Untiefen über Riffe und Unterwasserhöhlen bis hin zu Unterwasserstrukturen und weiten Canyons. Das Meeresleben hier ist lebendig und farbenfroh, mit häufig gesichteten Arten wie Meeresschildkröten, Barrakudas, Stachelrochen, Zackenbarschen, Muränen und vielen mehr. Einige Höhlen stehen unter Schutz, da sie die letzten Zufluchtsorte der Mittelmeer-Mönchsrobben sind. Rund 20 Tauchschulen begleiten Ihre Tauchabenteuer hier und organisieren Expeditionen, die Ihrem Können entsprechen. Neue Taucher können mehrere auf dem Meeresgrund verstreute Amphoren betrachten und später den berühmten Archäopark erkunden, der eine versunkene Nachbildung des 3.300 Jahre alten Schiffswracks von Uluburun zeigt, das heute in der Burg von Bodrum ausgestellt ist. Der Park beherbergt außerdem eine Vielzahl von Kriegsartefakten, darunter einen italienischen Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg und ein von der türkischen Luftwaffe gestiftetes militärisches Transportflugzeug vom Typ C-47. Reisetipp: Die beste Reisezeit ist von Juni bis September, wenn die Wassertemperatur über 21 °C liegt und die Sicht unter Wasser kristallklar ist. Die Kekova-Insel und der Patara-Strand mit den Überresten antiker lykischer Städte gehören zu den Highlights.
9. Eine 350 Jahre alte Architekturperle in Antalya entdecken
Die Düğme-(Knopf-)Häuser von Antalya gehören vielleicht zu den nachhaltigsten Beispielen traditioneller Architektur, die man in Türkiye finden kann. Die am besten erhaltenen dieser außergewöhnlichen Steinhäuser stehen im Dorf Ormana, das auf den Hochebenen des Taurusgebirges liegt, 165 Kilometer vom Stadtzentrum Antalyas entfernt. Sie bestehen aus einem Gerüst aus Holzbalken, das mit kleinen Steinen gefüllt und dann ohne Mörtel mit Zedernbrettern verriegelt wird. Die Häuser haben besondere Eigenschaften wie Erdbebenbeständigkeit, da sich die Steine bei Erdbewegungen flexibel verschieben können. Außerdem sind die Knopfhäuser mit ihren dicken Wänden energieeffizient: Im Winter bleiben sie natürlich warm und im Sommer angenehm kühl. Reisetipp: Heute wurden einige der Knopfhäuser im Dorf Ormana in traditionelle Hotels umgewandelt, die Sie in einer Atmosphäre heimeliger Behaglichkeit beherbergen.
10. Ein türkischer See mit Hinweisen auf Leben auf dem Mars

Eine Reise zum Mars mag für die ferne Zukunft eine Fantasie sein, doch Sie können stattdessen heute den Salda-See in Türkiye besuchen, das irdische Gegenstück, das dem Mars auf der Erde am nächsten kommt. Zur Vorbereitung auf seine Mars-2020-Mission begleitete eine NASA-Delegation ein Team der Technischen Universität Istanbul zum Salda-See, um dessen Ufer und Topografie zu untersuchen. Tatsächlich gibt es auffallende mineralogische und geologische Ähnlichkeiten zwischen dem Salda-See und dem Jezero-Krater auf dem Mars, dem Landeplatz des Rovers Perseverance, und seiner Mineralgewinnung. Erstaunlicherweise liefert der Salda-See einige der ältesten bekannten fossilen Zeugnisse von Leben auf unserem Planeten, denn sein Ufer ist voller mikrobieller Sedimente, die aus prähistorischen Gesteinsformationen erodiert wurden. Wissenschaftler suchen nun am Jezero-Krater, der ebenfalls als ehemaliger See gilt, nach ähnlichen Spuren mikrobiellen Lebens. Besucher können dieses geschützte Naturreservat betreten, um sich zu entspannen und entlang der Ufer des Salda-Sees zu schwimmen, wo weiße Sandstrände ein tropisches Paradies heraufbeschwören. Reisetipp: Die nahe gelegene Provinz Isparta ist für ihre Rosenfarmen bekannt, die 65 % des weltweit für die Parfüm-, Pharma- und Lebensmittelindustrie produzierten Rosenöls liefern. Die größten Lavendelfelder Türkiyes liegen ebenfalls in der Nähe, im Dorf Akçaköy in der Provinz Burdur. Kommen Sie im Mai und Juni zur Rosenernte und im Juli zur Lavendelernte. Die antike Bergstadt Sagalassos ist ebenfalls ein Muss mit ihrem prächtigen römischen Theater und dem Antoninischen Nymphäum, einem monumentalen Brunnen mit Becken. In alter Pracht restauriert, ist dies vielleicht der einzige antike Brunnen, aus dem man noch heute Frischwasser trinken kann.
11. Reiten in Kappadokien
Das für seine morgendlichen Himmel voller anmutiger Heißluftballons bekannte, atemberaubende UNESCO-Welterbe Kappadokien bei der Stadt Nevşehir liegt in einer einzigartigen Landschaft, die durch den Ausbruch dreier Vulkane entstand: der Berge Erciyes, Hasan und Melendiz. Es ist ein zeitloser Ort, an dem das Tempo des modernen Lebens in der Ferne bleibt. Die vulkanischen Täler mit pudrig weißem Boden und Felsformationen, die „Feenkamine“ genannt werden, erzeugen zusammen mit den historischen Kirchen und den in den Tuff gehauenen Höhlenhotels eine fast überirdische Atmosphäre. Eine der besten Möglichkeiten, die natürliche Umgebung zu erkunden, sind Reitausflüge, die von mehreren lokalen Ranches organisiert werden. Die turkmenischen Achal-Teke-Pferde sowie arabische Pferde haben sich gut an das trockene Gelände angepasst und bieten Besuchern bei den täglichen Ausritten und mehrtägigen Reiseabenteuern verlässliche Unterstützung. Hier können Sie Ihr Fahrzeug und Ihre Sorgen zurücklassen. Reisetipp: Die unterirdische Welt Kappadokiens ist beeindruckend. Ein Aufenthalt in einem Höhlenhotel, der Besuch der unterirdischen Stadt Derinkuyu (einst Heimat von bis zu 20.000 Einwohnern) und die Bewunderung des Freilichtmuseums Göreme mit seinen in den Fels gehauenen Kirchen (aus dem 10. Jahrhundert) gehören zu den Wundern, die die Region wie aus der Zeit gefallen wirken lassen.
12. Geschichte zum Anfassen in Ankara
Das Museum der anatolischen Zivilisationen, die bedeutendste Einrichtung des Landes mit beeindruckenden Relikten der indigenen antiken Kulturen Türkiyes, hat kürzlich ein wegweisendes Projekt mit einem neuen Saal gestartet, der ausschließlich sehbehinderten Besuchern gewidmet ist. Die Nachbildungen von 22 Artefakten, die verschiedene Epochen aus der ständigen Sammlung des Museums symbolisieren, wurden gescannt und mit 3D-Druckern hergestellt, bevor sie in speziellen Vitrinen ausgestellt wurden, die durch Erläuterungen in Brailleschrift und zusätzlich durch Audiobeschreibungen ergänzt werden. Dank dieses neuen Konzepts, das die Zugänglichkeit des Museums verbessert, können sehbehinderte Besucher die Artefakte berühren und ertasten. Dieses Vorhaben entspricht auch den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung, Ungleichheiten zu verringern, indem jeder Bürger in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens eingebunden wird. Reisetipp: Das Museum liegt am Fuß der Burg von Ankara, dem ersten Siedlungsgebiet der Hauptstadt des Landes. Ein Besuch dieses kleinen befestigten Viertels sowie der historischen Karawansereien rundherum ist ein lohnendes Erlebnis für Geschichtsbegeisterte und Antiquitätenkenner.





